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Kirchenführer online Bilder finden Sie im Bereich Bilder und Fotos! Öffnungszeiten
Erbauer der KirchePfarrer Dr. Joseph DeckertGeb. am 17. November 1843 in Drösing, NÖ; Sängerknabe bei St. Stephan/Wien; Zögling des eb. Knabenseminars; Matura am Piaristengymnasium/Wien; 22. Juli 1866 Priesterweihe in St. Stephan/Wien; Cooperator in Laa/Thaya, Schwechat, Studienpräfekt im eb. Knabenseminar. Cooperator in St. Leopold/Leopoldstadt. 23. August 1874 investiert zum Pfarrer von Weinhaus; Dr. theol. (1870), Ritter v. hl. Grab (1898), Verleihung der großen goldenen Salvator-Medaille durch die Stadt Wien. Gest. am 23. März 1901; Pfarrer Dr. Deckert ist in der Grotte hinter der Kirche begraben. Der Name Weinhaus
KircheDer Plan zu diesem in gotischem Stile gehaltenen Bau stammt von Dombaumeister Friedrich Freiherrn von Schmidt. Dem Grundriss nach handelt es sich um eine dreischiffige Anlage, die im Norden durch ein fünfeckiges Presbyterium im Mittelschiff ihren Abschluss findet.Im Süden wird das Mittelschiff durch einen imposanten Turm von 65 Meter Höhe abgeschlossen, der von zwei Treppentürmchen flankiert ist, welche die Verbindung zum Orgelchor und zum Läutboden darstellen. Über dem Glockengeschoß erheben sich vier mit doppelten Kreuzrosen und Krabben verzierte Wimberge. Der Achteckübergang zum Turmhelm, der in einer steinernen Kreuzrose ausläuft, wird durch vier Fialen gebildet. Später wurde der Turm auf Grund von Schäden mit einem Kupferdach versehen. Das Hauptportal selbst, dessen Tympanon in den Hohlkehlen mit Blätterschmuck geziert ist, wird von einem mächtigen, durch Krabben belegten Giebel gekrönt. Den Übergang von der Hauptfassade zu den Steinmauern bilden zweireihig ornamentierte Fialen. An das Presbyterium sind rechts die Taufkapelle (früher Loreto-Kapelle) und links die Sakristei angebaut. Da dieselben in ihren Ausmaßen über die Baulinie der beiden Seitenschiffe hinaus gehen, bildet der Grundriss der Kirche ein Kreuz. Mit der Durchführung des Bauplanes wurde Baumeister Johann Schmalzhofer beauftragt. Die Steinmetzarbeiten wurden von der Firma Eduard Hauser ausgeführt. Der Besucher, der durch das Hauptportal die Kirche betritt, gelangt zunächst in einen Vorraum. An der rechten Seite erblickt er eine Widmungstafel mit der Inschrift: Diese Kirche wurde erbaut Wie alle rein gotischen Kirchen war auch die Weinhauser Pfarrkirche ursprünglich mit Säulenheiligen ausgestattet, die im Zuge der verschiedenen Renovierungsarbeiten von den Pfeilern entfernt und der Dombauhütte übergeben wurden. Erhalten blieben nur die Figuren der Apostelfürsten Petrus und Paulus links und rechts oberhalb der Kommunionbank (Arbeiten des Südtiroler Holzschnitzers Stuflesser aus Gröden) sowie die Herz-Jesu-Statue und die Statue der Rosenkranzkönigin oberhalb der heutigen Kommunionstufe (Arbeiten des akad. Bildhauers Josef Weyrich aus Wien). Die Ewig-Licht-Ampel, eine gute Nachahmung der Ampeln in der Hagia Sophia in Konstantinopel, ist eine Spende der Herzogin von Orléans, geborene Gräfin Czartoryski.
Der HochaltarUnmittelbar neben dem Tabernaklel, oberhalb der Leuchtebank, befinden sich zwei Halbrelieftafeln: einerseits das Brandopfer Abels mit der Inschrift "Deus donis eius testimonium dedit" (Gott gab das Zeichen, dass sein Opfer wohlgefällig sei), andererseits Abraham mit Isaak mit der Inschrift "Ipse sua ligna portavit" (Er trug sein Holz selbst).
Der Josefs-Tod-Altarist ein reich geschnitzter neugotischer Flügelaltar. In der Predella (unterer Altaraufsatz) ist eine Halbrelieftafel eingelassen, die die Erquickung der Seelen im Reinigungsort über Fürbitte der Gottesmutter durch das kostbare Blut Christi darstellt. Diese Tafel ist durch zwei weitere Tafeln auswechselbar: Anbetung des göttlichen Kindes durch die Hirten und Huldigung durch die Weisen aus dem Morgenland. Diese beiden Tafeln sollen - laut mündlicher Überlieferung, die jedoch nicht durch die Pfarrchronik belegt ist - die erste Weinhauser Krippe gewesen sein. Das Mittelstück des Altares zeigt in geöffnetem Zustand das durch die Gegenwart Christi, Mariens und zweier Engel geheiligte Sterben des hl. Josef. Die beiden Flügel stellen in vier Bildtafeln die Flucht nach Ägypten, den zwölfjährigen Jesus inmitten der Gesetzeslehrer im Tempel zu Jerusalem, die Rückkehr der hl. Familie nach Nazareth und die Auferstehung Christi dar. Die geschlossenen Flügel zeigen, der Fastenzeit entsprechend die Fußwaschung der Jünger durch den Herrn, das letzte Abendmahl, das Leiden Christi am Ölberg und die Gefangennahme Jesu durch die Knechte des Hohenpriesters. In der reich verzierten Altarbekrönung befindet sich als Mittelfigur eine Statue des hl. Erzengels Michael, links davon die des hl. Vinzenz von Pauls, rechts jene das hl. Franz von Sales. Die Skulpturen des hl. Bernhard von Clairvaux und des hl. Bernhardin von Siena, die in halber Altarhöhe angebracht sind, werden nur bei geschlossenen Flügeln sichtbar.
Der Maria-Vermählungs-Altarbildet das Gegenstück zum Josefs-Tod-Altar. Über dem Altartisch befindet sich der Reservetabernakel für die Karwochenliturgie, flankiert von zwei Engelsfiguren. Der Mittelteil des Altars stellt die Vermählung der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria mit dem hl. Josef dar. Die Altarflügel zeigen in geöffnetem Zustand die Geburt Mariens, ihre Aufnahme in die Tempelschule (Fest Maria Opferung), die Verkündigunsszene und das Traumgesicht des hl. Josef (Aufforderung zur Flucht nach Ägypten). Bei geschlossenen Flügeln werden vier Passionstafeln, und zwar Jesus vor dem Hohen Rat, die Verleugnung des Herrn durch den Apostel Petrus, die Geißelung und die Dornenkrönung, sichtbar. In der Mitte der Altarbekrönung befindet sich die des hl. Erzengels Gabriel, links davon die hl. Theresia von Lisieux, rechts die Skulptur der hl. Theresia von Avila. In halber Höhe des Altars sieht man bei geschlossenen Flügeln links einen hl. Abt oder Bischof, rechts die hl. Klara.
Der Altar der Schmerzhaften Muttergotteswird wegen der zu Füßen der Pietà angebrachten Inschrift "Gedenket der Armen Seelen" auch Armenseelenaltar genannt. Die ganze Harmonie dieses Altares erschließt sich dem Besucher erst nach eingehender Betrachtung. Über dem steinernen Altartisch erhebt sich ein reich gegliederter geschnitzter Altaraufsatz, der in seinem Mittelteil ein von zwei Säulen getragenes Kapellchen bildet. Im Hintergrund sehen wir ein Ölgemälde, welches die von der untergehenden Sonne beleuchteten drei leeren Kreuze auf dem Kalvarienfelsen darstellt, davor eine fast lebensgroße Pietà von großer Schönheit. Bei genauem Betrachten der Kleidung der Kleidung der Pietà, deren Antlitz von einer herben, in sich geschlossenen Trauer geprägt ist, bemerkt man, dass die Statue goldene Schuhe trägt - ein Vorrecht, dass in früheren Zeiten nur Kaiserinnen und Königinnen bei ganz besonders feierlichen Anlässe vorbehalten war. Dies soll uns die Anrufung der Lauretanischen Litanei "Du Königin der Märtyrer" ins Gedächtnis rufen.
Der Antonius-Altar, nunmehr KreuzaltarVom Antonius-Altar, der ähnlich wie der Altar der Schmerzhafetn Muttergottes einen reich geschnitzten Altaraufsatz besaß, ist nur mehr die Statue des hl. Antonius erhalten. Der steinerne Altartisch und der geschnitzte Altaraufsatz wurden, laut Pfarrchronik, von "einem nicht genannt sein wollenden Geschwisterpaar aus Simmering" gespendet. An Stelle des Antonius-Altares wurde im Jahre 1962 der Kreuzaltar unter Verwendung des bisher über dem Sakristeieingang angebrachten Kreuzes, ein Werk des Pötzleinsdorfer Bildhauers Bahrwig, von dem auch die vier ersten Kreuzwegstationen stammen, errichtet.
Altar in der Loretokapelle (Taufkapelle)Über dem steinernen Altartisch befand sich früher ein aus der alten Pfarrkirche stammendes sehr verehrtes Bild: Maria mit dem Jesuskind an der Mutterbrust. Dieses Bild wird Lucas Cranach zugeschrieben und befindet sich derzeit im Diözesanmuseum. Nunmehr wird im Winter die von Pfarrer Dr. Deckert im Jahre 1890 bei dem Südtiroler Holzschnitzer Stuflesser aus Gröden bestellte Marienstatue aus der Lourdesgrotte vom Rosenkranzweg aufgestellt. Diese Statue wurde am 31. Mai 1891 durch den im Carolusheim wohnenden Prälaten Dr. Sebastian Brunner feierlich geweiht. Während der Wintermonate 1971/72 erfolgte die Renovierung der Skulptur durch den akademischen Bildhauer Rudolf Sepper von der Dombauhütte. In der Nacht vom 28. auf den 29. Mai 1973 wurden der Lourdesstatue durch unbekannte Täter Finger abgebrannt, und auch der Faltenwurf wurde durch Brandstiftung beschädigt, hielt aber im Wesentlichen dem Angriff stand.
Die KirchenfensterDer Altarraum besitzt fünf große gotische Spitzbogenfenster. Das Mittelfenster zeigt die allerheiligste Dreifaltigkeit, darunter Engel, die dem hl. Josef in seiner Glorie Krone und Palmzweig reichen. Leider ist dieses Kirchenfenster, das in sehr schönen Farben von hoher Leuchtkraft ausgeführt ist, fast zur Gänze durch den Aufbau des Hochaltares verdeckt, so dass der Betrachter nur die allerheiligste Dreifaltigkeit erblickt. Die beiden mittleren Fenster sind biblischen Szenen gewidmet. Im linken Fenster erblicken wir die Geburt und die Beschneidung Christi, im rechten die Anbetung der Könige und die Darstellung Christi im Tempel. Die beiden Fenster links und rechts neben der Kommunionbank sind mit einem sehr schönen Floral- (Blumen-)muster auf zart gemasertem Untergrund verziert. In der ehemaligen Loretokapelle, gegenüber der Sakristei, die nunmehr als Taufkapelle dient, befindet sich ein hübsches dreiteiliges Buntglasfenster. Der Mittelteil zeigt die hl. Familie bei der Arbeit, die Seitenteile zeigen die Eltern der allerseligen Jungfrau Maria, Joachim und Anna. Dieses Fenster ist übrigens das einzige Buntglasfenster, das bereits bei der Weihe der Kirche vorhanden war. Alle übrigen farbigen Glasfenster wurden nach und nach in den Jahren 1889 bis 1900 an die Stelle der mit farblosen Butzenscheiben verglasten Kirchenfenster eingesetzt. Besondere Beachtung verdienen die Kirchenfenster in den beiden Seitenschiffen, die, in der richtigen Reihenfolge betrachtet, einen kurzen Überblick über die biblische Geschichte bzw. Kirchengeschichte geben. Es ist zweckmäßig, den Rundgang bei dem sogenannten "Josef-Tod-Altar" (Flügelaltar im rechten Seitenschiff vorne) zu beginnen. Weiters zu erwähnen wäre noch die Oberlichte der Kircheneingangstüre beim Stiegenaufgang, die eine hübsche Halbfigur des hl. Josef zeigt, der auf dem einen Arm das göttliche Kind trägt und in der anderen Hand eine Lilie hält.
Die KanzelDer Entwurf der Kanzel stammt von Dombaumeister Friedrich v. Schmidt. Dieser Entwurf wurde von J. Pittel, Tischler in Mariaschein, ausgeführt. Der Schalldeckel ist mit zwei Stellen aus der Hl. Schrift, und zwar "Ein Sämann ging aus, seinen Samen zu säen ..." (Lk 8 ff) und "Wer aus Gott ist, hört auf Gottes Wort" (Joh 8, 47 ff) beschriftet. Der Unterteil der Kanzel zeigt vier in Halbrelieftafeln auf Goldmosaikhintergrund die Gestalten der vier Evangelisten samt ihren Symbolen.
Der KreuzwegDie ersten vier Stationen sind eine Arbeit des Bildhauers Bahrwig. Nach dessen Tod im Jahre 1940 wurde Bildhauer Kastner, nachdem er zunächst zwei Stationen probeweise angefertigt hatte, die keinen Stilbruch zeigten, mit der Fertigstellung des Kreuzweges beauftragt. Die Arbeit ging trotz des Krieges und die dadurch bedingte Materialknappheit gut voran, und bereits im Dezember 1942 konnte die letzte Kreuzwegstation vollendet werden. Die Weihe des Kreuzweges, dessen Kosten zum größten Teil von Bewohnern des Carolusheimes unter großen persönlichen Opfern aufgebracht wurden, erfolgte am 12. März 1943.
Die Orgelstammt aus der Werkstatt der Gebrüder Mauracher in St. Florian und war ein Ausstellungsobjekt der im Jahre 1882 in Wien veranstalteten Musik- und Theaterausstellung. Es steht daher ziemlich sicher fest, dass auch Anton Bruckner auf dieser Orgel spielte. Den Entwurf für das Orgelgehäuse lieferte Architekt Heinrich Hollitzky, ein Schüler des Dombaumeisters Friedrich Freiherrn v. Schmidt. Die Orgel wurde am 15. November 1892 in der Kirche aufgestellt, von Präl. Dr. Sebastian Brunner geweiht und im Jahre 1899 durch die Statue der hl. Cäcilia mit zwei Engelsgestalten ausgeschmückt. Im Jahre 1998 wurde die Orgel generalsaniert. Die GlockenDas erste Weinhauser Geläute bestand aus 6 Glocken, die in der Glockengießerei Peter Hilzer in Wr. Neustadt gegossen wurden. Sie wurden von Propst Johannes Weiß auf die Namen Josef, Maria, Jesuskind, Theresia, Michael und Sebastian getauft und erstmalig am 2. Dezember 1888, anläßlich des vierzigjährigen Regierungsjubiläums von Kasier Franz Josef, geläutet. Im Laufe der beiden Weltkriege wurden die fünf Glocken zur Herstellung von Kriegsmaterial requiriert. Im Jahre 1955 erhielt die Kirche das neue Geläute, welches aus vier Glocken besteht, die in St. Florian, OÖ, gegossen wurden. Die Weihe nahm Dr. Theodor Kardinal Innitzer am 4.Juni 1955 vor.
1. Die große Glocke ist dem hl. Josef geweiht (1369 kg, Ton es). Sie trägt die Inschrift: "Hl. Josef, erflehe den Gefallenen und Toten die ewige Herrlichkeit!"
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