Der Rosenkranzweg
Hinter unserer Pfarrkirche schlängelt sich der Rosenkranzweg den eher steilen Anstieg zur Türkenschanze hinauf. Dabei nimmt der Weg fast die Form eines Achters an. An seinem Fuße befindet sich das Priestergrab, an der ersten Schnittstelle die Lourdesgrotte, und der gesamte Weg ist von 15 steinernen Bildsäulen geschmückt, die die 15 Rosenkranzgeheimnisse darstellen.
Pfarrer Deckert sah seine Lebensaufgabe darin, zur Erinnerung an das für die katholische Kirche wie für Österreich, ja für das ganze christliche Abendland gleich bedeutsame Ereignis der Befreiung Wiens von der Türkenbelagerung im Jahre 1683 eine Kirche zu errichten; daher wurde der Bauplatz für das Gotteshaus selbst am Fuße der Türkenschanze ausgewählt. Für den die Kirche umgebenden Rosenkranzweg samt Priestergrab und Lourdesgrotte wählte er jenen Weg aus, den sich 200 Jahre vorher das Entsatzheer am 12. September 1683 mühevoll erkämpfen musste, um endlich die Türkenschanze in einem erbitterten Kampf Mann gegen Mann zu erobern. Die Anlage des Weges sowie die Bepflanzung des sich erhöhenden Terrains wurde im Herbst 1889 beendet. Im Jahre 1892 wurden die von Bildhauer Rochus Haas angefertigten 15 steinernen Bildsäulen aufgestellt. Ab dem Jahre 1970 wurden zunächst die schon verwitterten Bildstöcke durch den akad. Bildhauer Rudolf Sepper von der Dombauhütte zu St. Stephan in mühseliger und liebevoller Kleinarbeit renoviert. Verbesserungsarbeiten am Weg selbst und an der Grünanlage sind - wie es in Parkanlagen eben so ist - immer im Gange. Die Erhaltung und Pflege des Weges erfolgt hauptsächlich durch ehrenamtliche Pfarr-MitarbeiterInnen. Im Oktober 2004 engagierten sich 40 Jugendliche und deren 5 Betreuungslehrerinnen im Rahmen der Aktion "72 Stunden ohne Kompromiss" auf dem Rosenkranzweg und leisteten durch ihren tatkräftigen Einsatz einen wichtigen Beitrag zur Sanierung und weiteren Erhaltung des Weges. Im Rahmen der "72 Stunden ihne Kompromiss" im Jahr 2006 engagierten sich wieder einige Jugendliche für den Erhalt des Weges.
Es gibt wohl keine Pfarre in Wien und Niederösterreich, die einen historisch so bedeutsamen, schönen und von der Natur reich beschenkten Rosenkranzweg besitzt, wie die Pfarre Weinhaus. Wir sehen daher unseren Auftrag darin, den Weg als Ort der Stille, des Gebetes und der Natzr lebendig zu erhalten und ihn für Gottesdienste zu benutzen.
Der Rosenkranzweg ist wegen dringender Sanierungsarbeiten bis auf Widerruf gesperrt.
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Der Bildhauer Rochus Haas
Geboren.: 14. August 1837 als 10. von 11 Kindern Eltern: Alois und Anna (geb. Triebl) Elternhaus: Karbach 20, vulgo Kreuzjagl, bei Straden Stmk. 1844 Tod des Vaters Beginnt als Hirtenbub mit Schnitzarbeiten (Leidender Jesus). Lehre bei einem Grazer Bildschnitzer 1856 nach Wien Beginn eines Studiums an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, kehrt jedoch bald nach Graz zurück. (Geldmangel oder Unzufriedenheit?) Später ermöglicht ihm eine Stipendium des Landes Steiermark ein Studium in München bei Prof. Josef Knabl, Kunstfach "Religiöse Skulptur". Sein Lehrer Josef Knabl zählt zu den Nazarenern und arbeitet für die "Kunstanstalt für kirchliche Arbeiten" des Josef Gabriel Mayer. Nach 2jähriger Ausbildung kehrte Rochus Haas zurück nach Graz. Künstlername"Haas von Karbach" Bekanntschaft mit Hans Brandstätter, der ihn mehrmals lobend erwähnt, und sich zu künsterlischen Inspirationen bekennt, die er von dem um einige Jahre älteren Rochus Haas erhalten hat. Zu seinen berühmten Gönnern zählten seine kaiserl. Hoheit, Erzherzog Johann, zu seinem berühmtesten Auftraggebern Graf D'Orsai und General Ludwig August Ritter von Benedek. Mitglied des 1865 gegründeten Steirischen Kunstvereins. Erste Heirat 1872 mit Maria Lebenigg. Aufenthalt in England und MArburg ? 1883 nimmt ihn Prof. J. Wastler in sein "Steirisches Kunstler-Lexikon" auf. Er erwähnt mehrere seiner Arbeiten, die jedoch größtenteils verschollen sind. Nach mehreren Versuchen profane WErke zu schaffen wendet er sich später ganz der Kirchenbildhauerei zu. 1890 Tod seiner ersten Frau MAia. 5. Februar 1893 - Heirat mit Franziska Petra aus Doubrawitz in Böhmen. 6. Juli 1893 Geburt seines einzigen Kindes "Rochus". Rochus Haas sen. war damals bereits 56. Nicht ganz 10 Jahre war sein Sohn Rochus jun. als er am 22. April 1903 nach längerem Leiden in Armut starb. (Grund: Staublunge und starker Zigarrenraucher)
Gesichert bekannte Werke:
Gnom aus Sandstein im Stiegenhaus Stempfergasse 1 in Graz Kreuzweg der Franziskanerkirche in Gleichenberg Hochalter, Seitenaltäre und Kreuzweg in Wien Hütteldorf Hochaltar, Tympanonbild, (Kanzel und Kreuzweg (?)) in der Dominikanerkirche Friesach (Kärnten) Rosenkranzweg hinter der Pfarrkirche St. Josef - Weinhaus in Wien Pieta und mehrere Figuren an der Marienkirche in Wien Hernals Kreuzigungsgruppe am Kalvarienberg, Kalvarienbergkirche in Wien Hernals Immaculatastatue und flankierende Figuren in der Klosterkirche der Schulbrüder, Wien Strebersdorf Missionskreuz in der Pfarrkirche Gersthof in Wien
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